Seit nun mehr zehn Jahren wächst das MSF Soundsystem und versucht dem Begriff Soundsystem alle Ehre zu geben. Für MSF bedeutet das Wort "Soundsystem" nicht wie bei vielen anderen nur Djing, sondern vor allem mit eigener Anlage Veranstaltungen unabhängig von A bis Z zu planen und durch zu führen. Der Spaß an der Sache und die Liebe zur Musik stehen dabei für alle Beteiligten an erster Stelle, denn ohne das gewisse Herzblut wäre die schweißtreibende Arbeit wie Verstärker und Boxen schleppen, dekorieren und das Auf- und Abbauen der Party nicht möglich.
Die MädchenSchulFraktion ist eigentlich 1998 in der Mädchenschule (einem Zivi- Wohnheim im kleinen Nordkirchen) entstanden und stellte damals nichts weiter dar als einen Freundeskreis (aus Punks, Raggamuffins, HipHops und anderen Freaks), der es sich zur Aufgabe gemacht hatte, durch gute Parties und Freidenker-Propaganda die Weltherrschaft an sich zu reißen.
MSF steht auch für Openair Piraten-Parties. Ab 2000 fanden mehrere spontane Parties am Skatepark Nordkirchen statt. Von 2001 bis 2005 legte MSF jedes Jahr am 1.Mai am Cappenberger See auf. Mit dabei waren Chalwa Sound '03 und Kunterbunt Soundsystem '04 und '05.
Nach einigen HipHop und Reggae Parties im Hügelhaus in der Nähe von Olfen, entstand ab 2002 ein neues Reggae Party Projekt von MSF, mit dem Ziel Reggae Parties in verschiedenen Locations in der Umgebung zu organisieren. In Lünen und Umgebung fanden mehrere Parties statt, z.B. acht Attack On Babylon Parties und noch verschiedene andere Veranstaltungen. Am 19. Dezember 2002 startete das Early Evening Skank Projekt (an jedem 3.Donnerstag im Monat) mit MSF Soundsystem und Chalwa Sound im Triptychon in Münster, das bis Januar 2008 lief. Das Ziel war Roots, Reggae und Dub zurück in die Dancehall zu bringen. 2003 startete MSF ein neues Projekt und nannte sich in MSF Pirate Sound System um. Das Ziel dieses Projekts war und ist es autonom organisierte Piraten-Parties in Münster und Umgebung zu veranstalten. Der erste Pirate Skank fand in der Baracke in Münster statt.
Ab 2003 versuchte MSF in mehreren Städten aktiv zu werden. Parties wurden in Lüdinghausen, Münster, Dortmund, Bochum, Herford, Bonn und in Berlin organisiert. Außerdem spielte MSF weiter openair auf spontanen Parties oder in Münster unter einer Brücke am Kanal und auch auf verschiedenen kleinen Festivals wie Outadoor, Cucumelo, IgelRock und im Komplex in Schüttorf.
Im März 2006 veranstaltete MSF die erste Dub Odyssey im Triptychon am Hawerkamp. Die angestrebte Partyreihe sollte ganz im Zeichen des Dub stehen. Um sich vom derzeitigen Überangebot an Reggaeparties in Münster abzuheben, wurde der Reggae ein wenig in den Hintergrund gestellt und das Augenmerk zunehmend auf andere, vor allem elektronischere Dub-Sounds gelegt. Neben einem Dance mit dem Kunterbunt Soundsystem, bei dem beide Anlagen fusioniert wurden, waren ein Dubstep-Spezial mit dem Tundisa Dub Movement und ein Goa-Spezial, mit Bröß aka Orko die Höhepunkte. Markenzeichen der Party war das ständig wechselnde Raumkonzept. In akribischer Kleinarbeit wurde die Anlage jedes mal neu in die Location integriert. Durch den von Grobian hergestellten Kontakt zur Villa Nachttanz in Heidelberg konnte das Dub Odyssey-Konzept sogar zweimal exportiert werden. Unterstützt von Roots Plague, Grenzfrequenz (Bröß und Stefan) und Hool Homer wurde ein Teil der Anlage in die Villa verfrachtet um dort eine Nacht lang zwei Floors mit Roots, Dub, Dubstep, Drum´N´Bass und Psy Trance zu beschallen.
Im Juni 2008 wurde die unregelmäßig stattfindende Partyreihe dann durch ein völlig neues Konzept abgelöst. Zusammen mit dem Roots Plague Sound, der im vergangenen Jahr eine Partyreihe in der Baracke auf die Beine gestellt hatte, bot sich die Möglichkeit ein neues Projekt im Skaters Palace von Titus zu verwirklichen. Angeregt von Melchior, der einen Großteil der organisatorischen Arbeit übernahm, fand eine Opener-Party unter dem Namen Basswerk statt, bei der MSF und Roots Plague zu gleichen Teilen beitrugen. Da Roots Plague mittlerweile auch mit eigenem Equipment unterwegs ist, wurde eine gigantische Boxenwand aufgebaut. Aufgrund einer Namensüberschneidung mit einem Kölner Drum´N´Bass Label wurde die Party in Tiefton umbenannt. In Zukunft werden die Veranstaltungen abwechselnd von MSF und Roots Plague beschallt, um den unterschiedlichen Musikstilen mehr Raum zu bieten.
Das MSF Pirate Soundsystem war und ist keine feste Gruppe. Das Projekt besteht viel mehr aus einem sich immer wieder wechselnden harten Kern von aktiven Organisatoren und einem großen unterstützenden Freundeskreis ohne den die Veranstaltungen nie durchzuführen wären. Auch die Selectors von MSF wechselten immer wieder. Über die Jahre legten Grobian, Janta, Sir Daniel, Timbo, Dj Ill, Orko Schober, Der Peh und Martn bei MSF Parties auf. Oft zu Gast waren Sänger wie Ubuntu Son, Goldie, in den Anfängen Patto MC und Mighty V und später Jah Stef und Gorilla vom Kunterbunt Soundsystem.